„Der Schrei“ – das wohl am teuersten versteigerte Gemälde aller Zeiten

„Der Schrei“ – das wohl am teuersten versteigerte Gemälde aller Zeiten

Dass gute Bilder einiges an Geld kosten, ist bekannt. Das für ein einziges Gemälde allerdings neunstellige Summen ausgegeben werden, ist bislang eher selten passiert. Eine Ausnahme bildet hier wohl das berühmte Werk „Der Schrei“ des Norwegers Edward Munch. Obwohl das Bild eher zum Fürchten als zum Betrachten einlädt, ging es für eine gigantische Summe über den Auktionstisch: 119,9 Millionen US-Dollar. Damit übertrifft es sogar Picassos „Akt mit grünen Blättern und Büste“, das mit 106 Millionen US-Dollar ebenfalls extrem kostspielig ist, und wird zum wertvollsten Bild aller Zeiten ernannt.

Eine Auktion der Superlative

In einem Auktionssaal in New York wurde das Bild zur Auktion versteigert. Zwar waren viele Schaulustige und Interessenten gekommen, die Zahl derer, die auch nur annäherungsweise so viel investiert hätten, war allerdings verschwindend gering. Insgesamt boten nur sieben Leute mit, am Ende rangen nur noch zwei Interessenten via Telefon um das Bild. Obwohl das Überbieten nur gerade einmal zwölf Minuten gedauert hat, boten sich den Zuschauern jedoch trotzdem jede Menge Spektakel und ein Ersteigerungspreis, der selbst die kühnsten Erwartungen übertraf: sagenhafte 119,9 Millionen US-Dollar (umgerechnet 122,4 Millionen Schweizer Franken).
Aber auch abgesehen von dem „Schrei“ verlief die Auktion ganz zu den Gunsten des Auktionshauses. Denn so erzielte der Veranstalter Sotheby’s mit insgesamt 76 hauptsächlich impressionistischen Werken einen Gesamterlös von über 330 Millionen US-Dollar.

Ein Kunstsammler als Verkäufer, ein anonymer Meistbietender

Bei dem Bieter handelte es sich um eine via Telefon zugeschaltete Person, die anonym bleiben will, der Verkäufer ist jedoch offen über seine Identität. Es handelt sich um einen Unternehmer namens Petter Olsen aus Norwegen, dessen Vater Freund, Nachbar und Unterstützer des 1944 verstorbenen Künstlers war.
Mit dem Geld will sich der 67-Jährige Kunstsammler allerdings keinesfalls nur selbst vergnügen. So plant er, ein Edward Munch Museum zu Ehren seines Landsmanns zu errichten, dass in Norwegens Hauptstadt Oslo stehen soll. Die Einrichtung soll das Leben und die Werke des Edward Munchs genauer beleuchten und eine Ergänzung zu dem bereits davor existierendem Edward Munch Museum darstellen.

Entstehung und Zuordnung des Bildes

Das Bild ist eigentlich durch eine kurze aber intensive Phase von Angst während des Spazierengehens an einem norwegischen Ford entstanden, schrieb Munch damals in sein Tagebuch, was er später auch in der Prosa „Schrei“ ausdrückte. Nach der Fertigstellung des ersten Bildes folgten drei weiter in unterschiedlichen Versionen. Bei der Auktion wurde allerdings nur das Originalbild verkauft.
„Der Schrei“ ist dem Impressionismus zuzuordnen, einer aus Frankreich stammenden Kunstrichtung. Das Bild soll laut Olsen den Moment verkörpern, an dem der Mensch erkennt, was für eine Auswirkung sein Handeln auf die Natur hat und was für irreparable Schäden er der Erde zufügt, die den Planeten zunehmend unbewohnbar machen werden. Munch selbst hielt sich zu Lebenszeiten mit der Interpretation des Bildes zurück, gab dem Bild jedoch zuerst auf Deutsch den Titel „Schrei der Natur“, ein Indiz dafür das die Interpretationsweisen von Munch und Olsen trotz des Zeitunterschieds durchaus ähnlich zu sein scheint. Mit dem charakteristischen geöffneten Mund der Person auf dem Bild, die den Eindruck macht, als wollte sie schreien, findet sich das Werk auch in diversen Hollywoodproduktionen wieder, wie etwa als Maske des Mörders in „Scream“, oder aber auch in der Fernsehserie „Doctor Who“, wo eine erfundene Rasse das Aussehen der Person im Bild trägt.

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