Kodak: Stürmische Zeiten für den einstigen Star der Fotobranche

Kodak: Stürmische Zeiten für den einstigen Star der Fotobranche

Über 120 Jahre lang war er an der absoluten Spitze in Sachen Fotografie: Kodak. Das heute fast in Vergessenheit geratene Unternehmen machte in seiner Blütezeit 1981 noch gut 20 Milliarden Umsatz jährlich, in den letzten Jahren ist das Unternehmen jedoch in die roten Zahlen abgerutscht, aber auch in seinen finanziellen Dimensionen zum Zwerg geschrumpft. So betrug der Umsatz 2003 nur noch 63 Millionen Euro, mittlerweile soll es allerdings bereits wieder aufwärts gehen. Wie konnte die seit 1881 bestehende Firma allerdings so zusammensacken, gibt es eine Chance auf wirtschaftliche Erholung?

Fehlende Identität am Markt

Auch wenn der erste starke Einbruch des Umsatzes erst durch die Digitalisierung der Fotobranche anfing, war die glänzende Zeit der Firma mit einem Kurswechsel in der Unternehmensmentalität relativ schnell vorüber. Zur Senkung der Kosten wurden Negativstreifen, die bei den Kunden schon seit längerem gut ankamen, durch leichter zu verarbeitende, winzige Negative in Scheibenform ausgetauscht. Doch das neue Produkt floppte, und so folgte eine Reihe an Artikeln, die eher dem Konzern als dem Kunden nutzten und infolge zum Ladenhüter wurden.
Mit dem Aufkommen der Digitalkameras läutete das Unternehmen inoffiziell seinen endgültigen Abstieg ein. Denn anstatt wie alle anderen grossen Fotofirmen sah Kodak das Potenzial in Digitalkameras nicht. Als sie bereits populär waren, wurden sie von der Konzernführung immer noch weitgehend ignoriert, zu profitbringend war das noch immer prächtig laufende Geschäft mit der Analogfotographie. Doch schon wenige Jahre später stiegen fast alle Kunden auf Digitalkameras um, letzte Versuche wie etwa die Photo-CD, mit der analoge Bilder im Nachhinein digitalisiert werden konnten, schlugen fehl, den sterbenden Markt länger attraktiv zu halten.

Finanzielle Umbrüche

Vor der Jahrtausendwende liess der Profit zwar spürbar nach, ausserdem wurden überall auf der Welt Mitarbeiter von Kodak entlassen, Gewinne wurden allerdings trotzdem gemacht. Im Jahre 2007 platzte allerdings die Bombe und die Fehler der vergangenen Jahrzehnte resultierten erstmals in einem Verlustjahr. Das Minus vor dem Jahressaldo blieb auch weiterhin bestehen, bis der CEO von Kodak, Antonio Perez, 2012 Insolvenz ankündigte.
Durch den massenhaften Verkauf von Bildpatenten versucht die Firma den Sprung ins Hier und Jetzt zu schaffen. 2012 verkaufte Kodak Patente für über 500 Millionen US-Dollar, allerdings weit weniger als damals seitens der Firma erwartet wurde. Damit sollen die benötigten technischen Modernisierungen gelingen, denn bisher verlief es aufgrund der starken Konkurrenz, im Besonderen aus Asien, eher schlecht. Zwar verkauft Kodak zurzeit einigermassen erfolgreich Tintendrucker, Digitalkameras zu verkaufen ist bis jetzt allerdings nicht erfolgreich verlaufen. Auch wenn der Verlust der Patente Einbussen der laufenden Einnahmen bedeuten, setzt Kodak die einmalige Summe auf den Ausbau der hauseigenen Digitalkameras.
2015 konnte Kodak finanztechnisch allerdings erstmals seit langem wieder positiv in den Medien erwähnt werden. So verringerte sich der Verlust um ein Viertel, während der Umsatz sogar leicht (1 Prozent) anstieg. Der Umsatz steigt in der digitalen Sparte des Unternehmens, trotzdem müssen noch viele Hürden gemeistert werden, bevor sich das Unternehmen wieder zu den besten am Markt zählen darf. Doch der CEO von Kodak ist sich sicher: Die Firma befinde sich auf Erfolgskurs und hätte die schlimmste Phase bereits überstanden. Und so bleibt nur abzuwarten, wie sich der einstige Pionier unter den Kameras und Filmen in der Zukunft entwickeln wird.

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